Wälder und Schluchten rund um Eisenach

Tiefe Schluchten, imposante Felsformationen und atemberaubende Aussichten. Die Wälder rund um Eisenach sind ein Erlebnis für alle Sinne. Die Drachenschlucht und die Landgrafenschlucht sind über die Grenzen der Stadt Eisenach und der Welterbe-Region Wartburg Hainich sehr bekannt.

Durch die eindrucksvolle Landgrafenschlucht führt der Urwaldpfad Eisenach: Umgeben von steilen Wänden durchläuft der Wanderer teils im, teils neben dem Bachbett die grün bemooste Schlucht. In der etwa zwei Kilometer langen Landgrafenschlucht hat die Kraft des Wassers in Jahrmillionen den Felsen abgetragen und bizarre Formen entstehen lassen. Es ist feucht und überall wachsen Flechten und Moose. Insbesondere nach Regenfällen stehen daher die Chancen gut, Feuersalamander und andere Amphibien entlang des Weges beobachten zu können.

Der etwa 8 km lange Urwaldpfad beginnt beim Parkplatz “Phantasie” (Wartburg P3) und führt zunächst zum “Urwaldpfad-Portal” und dann zum Eingang der Landgrafenschlucht. Von hier geht die mittelschwere Route durch die beeindruckende Schlucht bergauf. Entlang des Pfades kann man kühle Feuchtbiotope und lebendige Buchenwälder entdecken. Der Anstieg zum Großen Drachenstein wird mit einem tollen Ausblick auf den Thüringer Wald belohnt. Durch alte Eichentrockenwälder führt der Weg von hier aus über den  Carolinenblick, der mit seiner schönen Aussicht auf die Wartburg zu einer Pause einlädt, zurück zum Wanderparkplatz.

Landschaftlich sind die Wälder und Schluchten bei Eisenach ein Thüringer Highlight!

Feuchtkühle, schattige Täler und trockenwarme Verhältnisse auf sonnenbeschienenen Kuppen- und Hanglagen sorgen für einen Reichtum an verschiedenen Habitaten und eine entsprechend hohe Artenvielfalt. Die naturnahen Wälder in diesem Gebiet zeichnen sich zudem durch einen relativ hohen Anteil an stehendem und liegendem Alt- und Totholz aus. Dieses bietet Lebensraum für faszinierende Urwaldreliktarten, wie den besonders seltenen und streng geschützten Eremiten. Der Eremit gehört zur Familie der Rosenkäfer. Früher war er bei uns weit verbreitet, heute kommt er in unseren Wäldern kaum noch vor. 2018 wurde der Eremit in den Wäldern rund um die Wartburg gefunden. Diese kleine Sensation ist ein Indikator dafür, dass hier über Jahrhunderte immer auch alte Bäume gestanden haben. Die Käfer bewegen sich nur in der Nähe ihres Geburtsbaums und sind deshalb auf zusammenhängende Wälder mit einer natürlichen Altersstruktur mit Alt- und Totholz angewiesen.