Urwaldpfad Rüdigsdorfer Schweiz

Einer der wesentlichen Bestandteile des Naturparks Südharz ist die einzigartige Gipskarstlandschaft. Dieser geologisch interessante und biologisch vielfältige Naturraum zählt zu den reizvollsten Gebieten Mitteldeutschlands. Das Gipsgestein, welches stellenweise in Form leuchtend weißer Felsaufschlüsse oberflächlich ansteht, bietet einen schönen Kontrast zum dunklen Wald. Als Wanderer kann man diverse Karsterscheinungen wie etwa Höhlen und trichterförmige Einsturzdolinen entdecken.

Dieser Urwaldpfad bietet einen traumhafte Wanderung durch den “grünen Karst” der Rüdigsdorfer Schweiz! 

Im Gegensatz zu vielen anderen Karstgebieten der Erde ist die Karstlandschaft des Südharz zu großen Teilen von Vegetation bedeckt und daher auch als Grüner Karst bezeichnet. Die Wälder der Region werden von Rotbuchen dominiert. Auch der Thüringer Urwaldpfad Rüdigsdorfer Schweiz führt Sie in einen geschützten, durch Gipskarst geprägten, Buchenmischwald.

In der Gipskarstlandschaft der Rüdigsdorfer Schweiz lassen sich eine Vielzahl verschiedener Biotoptypen auf kleinstem Raum finden. So stellen etwa Trocken- und Halbtrockenrasen, Streuobstwiesen, krautreiche Laubmischwälder und wärmelieben-de Trockenwälder, aber auch ehemalige Steinbrüche wichtige Lebensräume für Flora und Fauna dar.

Bedingt durch die geologischen Besonderheiten des Gipskarstes weist die Region eine artenreiche Pflanzenwelt auf. Kalkbuchenhochwälder, Trockenrasen und Steppenheide, sowie zahlreiche seltene Pflanzen wie die Türkenbundlilie und prachtvolle Orchideenarten, wie das Breitblättrige Knabenkraut oder die Bienenragwurz, zeichnen stellvertretend die wertvolle Vegetation aus.

 

Wälder befreien die Luft von Schadstoffen, wirken als Temperaturpuffer, spenden Sau-erstoff und binden das Treibhausgas Kohlendioxid. Wälder sind daher wichtig für das Klima und die Luftqualität.
Unter dem Blätterdach intakter Wälder können wir gut zur Ruhe kommen und der alltäglichen Hektik entfliehen. Waldspaziergänge sind erwiesenermaßen gesund.

Die vielfältigen und charakteristischen Karstphänomene des Südharzes sind Ergebnis langwieriger natürlicher Prozesse.

Diese verändern die Landschaft noch heute. Das weiche, relativ gut wasserlösliche Gipsgestein, welches hier vor etwa 250 Mio. Jahren ablagert wurde, wird durch Wasser ober- und unterirdisch gelöst und abgetragen (Lösungsverwitterung). Deutliche Hinweise auf diese unterirdischen Verwitterungs- und Erosionsprozesse liefern die zahlreichen Dolinen entlang des Pfades. Hierbei handelt es sich um trichterförmige Senken, die durch das Einbrechen von Hohlräumen im Untergrund entstehen.