Urwaldperlen Kyffhäuser und Bendelebener Wald

Steile Hänge, tiefe Schluchten, geheimnisvolle Höhlen und bizarre Gipsformationen. Im Naturpark Kyffhäuser gibt es einige faszinierende Urwaldperlen zu entdecken. Forstwirtschaft ist in diesem kleinen, wilden Gebirge kaum möglich – die Natur hat das Sagen. Bedrohte Arten finden hier sicheren Unterschlupf.

Sobald die Dämmerung hereinbricht, verlässt die scheue Wildkatze ihr gut getarntes Versteck. Abseits der Wildnispfade, tief im Holz alter, abgestorbener Bäume verborgen, leben, von Wanderern meist unentdeckt, fleißige Totholz-Käfer. Der Bluthals-Schnellkäfer oder der Schwarzbunte Kurzschröter sind seltene Urwaldreliktarten – sie kommen nur in intakten, unberührten Wäldern vor.

Außerordentlich schön und abwechslungsreich ist der Urwaldpfad Kattenburg. Der Wildnisweg (ca. 11,5 km) im Naturschutzgebiet Süd-West-Kyffhäuser schlängelt sich entlang des Bergrückens Kattenburg. Auf kleinstem Raum entdecken wir auf diesem zum Kyffhäuserweg gehörenden Urwaldpfad alte Buchenwälder, von Moos überwachsenes Totholz und wertvolle Eichentrockenwälder. Auf dem gut ausgeschilderten Pfad gibt es umweltpädagogische Stationen mit viel Wissenswertem über Tot- und Altholz und die Wildkatze.

Im südwestlichen Teil des Kyffhäusergebirges, oberhalb der gleichnamigen Höhle, liegt die Urwaldperle Barbarossahöhle. Ein faszinierendes Wildnisgebiet mit naturnahen Wäldern und Grasfluren. Der Urwaldpfad (ca. 6 km) ist von der Barbarossahöhle aus gut zu erreichen und einfach zu durchwandern. Er verläuft teilweise auf dem Kyffhäuserweg und ist geprägt von besonders artenreichen Waldmeister- Waldgerste- und Orchideen-Buchenwäldern bis hin zu Steinsamen-Elsbeeren-Eichenwäldern. Hier fühlt sich nicht nur die Wildkatze wohl. 15 Fledermausarten, u.a. die Bechstein- und die Mopsfledermaus und das Große Mausohr sind in den dichten Wäldern zu Hause.

Im Naturschutzgebiet Rothenburg gibt es auf den Urwaldpfaden nahe des Kyffhäuserdenkmals gleich zwei weitere Urwaldperlen zu entdecken. Die Urwaldperle Rothenburg liegt am Südhang unterhalb des Kyffhäuserdenkmals. Entlang dieses einfach zu durchwandernden Urwalderlebnispfades (ca. 7 km) finden wir lebendige Buchen- und Eichenwälder, aber auch vereinzelte Nadelholzbereiche mit artenreicher Fauna und Flora. Hier, wie auch an den anderen Perlen, streift die Wildkatze durchs Unterholz. Außerdem ist dieser “Urwald von morgen” Heimat von 14 verschiedenen Fledermausarten, unter anderem der kleinen Hufeisennase, die bundesweit vom Aussterben bedroht ist.

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15 Fledermausarten, u.a. die Bechstein- und die Mopsfledermaus und das Große Mausohr sind in den dichten Wäldern der Urwaldperle Habichtstal zu Hause.
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Die Urwaldperle Altendorfer Klippen beherbergt etwa 400 verschiedene, teilweise seltene Blütenpflanzen.

Die Urwaldperle Altendorfer Klippen liegt im nördlichen Kyffhäusergebirge. Hier führt der Wildnispfad (ca. 6,7 km) durch dichte, naturnahe Buchen- und Eichenwälder. Das Gebiet ist geprägt von Steilhängen, schluchtartigen Tälern und Kuppen. Der Weg ist trotzdem einfach zu bewältigen und ein Paradies für Botaniker: Hier blühen etwa 400 verschiedene, teilweise seltene Blütenpflanzen – darunter Diptam, Gewöhnliches Katzenpfötchen, Kleiner Goldstern, Haar-Pfriemen- und Echtes Federgras.

 

Außerordentlich schön und abwechslungsreich ist die Urwaldperle Kattenburg.
Urwaldpfad im Naturpark Kyffhäuser

Im Westen des Naturparks Kyffhäuser finden wir die Urwaldperle Bendelebener Wald auf dem Höhenzug Windleite. Der Urwald-Erlebnispfad (ca. 7 km) führt durch teilweise sehr alte Laubmischwälder mit viel Totholz. Hier gedeihen zahlreiche geschützte Pflanzen wie das Zierliche Tausendgüldenkraut, die Pracht-Nelke und die Weiße Waldhyazinthe. Kein Wunder, dass der Bendelebener Wald zum Nationalen Naturerbe gehört. Schwarzspecht und Grauspecht haben hier ihre Nisthöhlen. Auch die scheue Wildkatze und andere seltene und bedrohte Arten wie die Bechsteinfledermaus, der Kammmolch oder der Rotmilan sind hier zu Hause.